Kapellen, Castelijm

Land: België
Ort: Kapellen
Projektname: Castelijm
Art des Bauvorhabens: Neubau
Art des Bauwerks: Wohngebäude

Bauunternehmer:
Wyckaert bouwonderneming (GENT)
Architekt:
Abscis Architecten (AFSNEE (GENT))

Apartments und Wohnhäuser (an der Straßenseite Doppelhaushälften). Umbau eines ehemaligen Industriestandorts (ehemals Croda-Henkel) im Grünen. Mit viel Bedacht für nachhaltige, hochwertige Aluminium-Abschlüsse.

KLARE LINIENFÜHRUNG MIT NACHHALTIGEM ALUMINIUM

Auf einem Grundstück, auf dem bis 2002 eine Klebstofffabrik war, wurde im belgischen Kapellen ein kleines Wohnviertel mit sechzehn Wohnhäusern mit Garten und neunzehn Apartments entwickelt. Das Projekt mit dem Namen Castelijm liegt etwas versteckt am Hoogboomsteenweg. Ein Pförtnerhaus (mit zwei Wohnungen) bildet den Eingang zu dem länglichen Gelände und damit ist auch schon klar, dass es sich um gehobenen Wohnungsbau handelt. Das Materialkonzept mit Baudetails aus Aluminium ist eine wesentliche Komponente dieser Architektur.

NACHHALTIGER ENTWURF

Castelijm ist der Entwurf von Abscis Architecten und Auftraggeber Re-Vive, mit dem diese die Ausschreibung gewannen. Wichtigster Ausgangspunkt des nachhaltigen Entwurfs war die Schaffung eines attraktiven Wohnviertels, in dem Bewohner unterschiedlichen Alters zusammenwohnen können. Projektarchitekt Dirk D‘Hondt: „Wir haben dazu unterschiedliche Typologien entworfen, mit Einfamilienhäusern, Doppel- und Reihenhäusern für Familien mit Kindern und außerdem Apartments, die nach dem Grundsatz des lebenslangen Wohnens und anpassbaren Bauens errichtet wurden. Das Viertel ist großzügig angelegt, mit viel gemeinsamen Außenflächen und einer „Nachbarschaftsscheune“ zur Förderung des sozialen Zusammenhalts. Eine Straße mit Tempolimit gewährleistet den Anschluss an andere Stadtteile von Kapellen, ansonsten ist das Viertel verkehrsberuhigt.“

AUSGEPRÄGTE EINHEITLICHKEIT

Den verschiedenen Typologien steht eine ausgeprägte Einheitlichkeit der Architektur gegenüber. D’Hondt: „Damit das Viertel harmonisch wirkt, haben wir nur eine begrenzte Anzahl von Materialien an den Fassaden verwendet. So sind alle Fassaden mit demselben Klinkerstein in leicht unterschiedlichen, aber zueinander passenden Farben in Hellbeige, Hellorange, Hellbraun und einem etwas dunklerem Braun gehalten. Damit kann man die einzelnen Wohneinheiten gut erkennen, das Gesamtbild bleibt jedoch einheitlich.“

KLARE LINIEN

Ein zweites verbindendes Element ist das Zedernholz, das für die Fassadenverkleidung im Erdgeschoss und für die vertikalen Lamellen verwendet wurde. D’Hondt: „Die Lamellen dienen als Sonnenschutz und verleihen dem Ganzen zusammen mit den Holzfassaden etwas Warmes.“ Drittes Material ist Aluminium. „Zur Verstärkung des Kontrastes von Stein zu Holz und für eine klare Linienführung verwendeten wir eine Reihe von Aluminiumkomponenten und ließen diese maßanfertigen. Das gilt nicht nur für die Fensterrahmen der Häuser, auch die viereckigen Regenrohre, die in die Fassade eingelassen sind, sind aus Aluminium und ergeben perfekte vertikale Linien. Für die klare horizontale Linienführung an der Oberkante wurde ein durchgehendes Mauerabdeckungssystem verwendet. Mit den mattschwarzen Fensterbrettern bekommen die Fassaden ein feines Baudetail.“

NACHHALTIG

Castelijm wurde eine kleine Oase in Kapellen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass hier fünfzig Jahre lang eine Klebstofffabrik stand, die bestimmt kein gutes Umweltimage hatte. D’Hondt: „Sie können sich vorstellen, dass eine grundlegende Bodensanierung erforderlich war, bevor das Gelände bewohnbar war. Wo das meiste Erdreich abgetragen wurde, befindet sich nun übrigens die Tiefgarage des Apartmentgebäudes, so wurde aus der Not eine Tugend. Außerdem hat das Projekt größtenteils das Label Bijna Energie Neutraal (BEN, dt.: quasi energieneutral) und mit Solarmodulen können die Wohnhäuser komplett energieneutral werden. Castelijm ist zweifelsohne ein nachhaltiges Projekt, nicht nur, was die Energiebilanz betrifft, sondern auch bezüglich Materialverbrauch und insbesondere Altersgerechtheit. Aluminium ist dafür ausgezeichnet geeignet.“